Werbekanal Snapchat – Believe the Hype

Seitdem Snapchat 2011 als Messaging App in den USA gestartet ist, hat sich eine Menge getan. Immerhin bringt es die App mittlerweile auf weltweit über 150 Millionen Nutzer. Zum Vergleich: Instagram als „alter Hase“ (gegründet 2010) wartet aktuell mit global 400 Millionen Nutzern auf.

Der „Snap“-Trend hat nun auch in Deutschland richtig Fahrt aufgenommen – bei 3,6 Millionen Nutzern hierzulande dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Snapchat Twitter zahlenmäßig überholt. Aber was ist eigentlich so besonders an Snapchat? Für Nutzer sorgen vor allem die spielerisch gestalteten Linsen, die sich wie eine Maske über das eigene Gesicht legen, für Entertainment. Aber auch für Unternehmen und Influencer ist die App sehr attraktiv. Alle Inhalte füllen immer den gesamten Bildschirm aus, es werden oft sehr persönliche Inhalte geteilt oder angesehen – das macht Snapchat zu einer App mit hohem Involvement. Während Blogger und Promis für Internet-Verhältnisse schon seit geraumer Zeit Eindrücke aus ihrem (Privat-)Leben teilen, hält Snapchat nun langsam aber sicher auch Einzug in die Social-Media-Maßnahmen der Brands. Die Drogeriekette dm etwa lässt ihre Fans in kurzen Videos und auf Bildern einen Blick hinter die Kulissen und auf neue Produkte werfen. Klar kommt da schnell die Frage auf, wie es mit Werbung bei Snapchat aussieht. Tatsächlich können schon seit einiger Zeit immer wieder Anzeigen entdeckt werden, in den letzten Wochen und Monaten scheint sich die Zahl der Werbungtreibenden in der App steil nach oben zu entwickeln. Gerade anlässlich der Fußball-Europameisterschaft sind viele Marken auf den Zug aufgesprungen und haben den Hype für sich genutzt. Dass Snapchat den Schritt in Richtung Monetarisierung geht, ist kein Geheimnis. Erst vor kurzem wurde das Snapchat-Partners-Programm vorgestellt, innerhalb dessen es möglich ist, über ausgewählte Drittanbieter Video Ads zu buchen. Das Programm existiert zwar vorerst nur in den USA, aber wie bei Twitter, Facebook & Co. ist abzusehen, dass das Programm über kurz oder lang auch den Weg über den großen Teich schafft.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, große Kampagnen direkt bei Snapchat einzubuchen. Mögliche Ad-Formate erstrecken sich von Display-ähnlichen Video Ads innerhalb der sogenannten „Discover Stories“ bis hin zu „Sponsored Geofilters“ oder „Sponsored Lenses“. Mit letzteren beschäftigen sich Nutzer übrigens laut Snapchat im Schnitt ganze 20 Sekunden lang. Sicher: Wer auf Snapchat mit seinen Ads gesehen wird, ist cool und hip und darf sich wohl noch zu den First Movern zählen. Aber wie effizient sind Werbemaßnahmen auf Snapchat wirklich? Snapchat hat vor ein paar Wochen damit begonnen, ausgewählte Erfolgs-Cases zu veröffentlichen. Der Streaming-Riese Spotify soll z.B. mit einer Snapchat-Kampagne die Anmelde-Absicht für ein Streaming-Abo um ganze 30% gesteigert haben. Der Streetwear-Hersteller Vans rühmt sich mit einer Erhöhung der Kaufwahrscheinlichkeit um 37%. Zu guter Letzt hat Snapchat gerade in Cannes ein nahezu unschlagbares Studienergebnis verkündet – demnach sollen 92% aller Kampagnen zur Kaufentscheidung führen. Doch so eine exklusive Kampagne hat natürlich ihren Preis: Mit (im günstigsten Fall) fünfstelligen Dollar-Beträgen müssen Werbungtreibende rechnen. Die verspielte App, die vor allem junge Nutzer zwischen 18 und 34 Jahren anzieht, eignet sich als Marketing-Tool natürlich nicht für jede Branche gleichermaßen. Laut einer Studie der Firma L2 tummeln sich vor allem Lifestyle-Marken unter den bisherigen Kampagnen-Betreibern. Die Segmente Sportbekleidung und CPG sollen dabei für über ein Drittel der bisher erschienenen Anzeigen verantwortlich sein. „Stammkunden“ bei Snapchat sind demnach Brands wie Nike oder Pepsi Cola.

Fazit

Vorerst bleibt Snapchat ein toller Branding-Kanal, dessen Entwicklung man unbedingt weiter beobachten muss, sowohl für organische Inhalte als auch für Kampagnen.