WeChat & KakaoTalk – asiatische Messenger Dienste auf dem Vormarsch

In Deutschland ist WhatsApp mit 40 Millionen wöchentlich aktiven Nutzern der wohl am weitesten verbreitete Instant-Messaging-Dienst. Daher ist es nicht verwunderlich, dass hierzulande die meisten Menschen noch nicht mal von WeChat (in China „Weixin“) oder KakaoTalk gehört haben. Doch diese beiden Plattformen sollten wir im Blick behalten, denn langsam, aber sicher pirschen die beiden asiatischen Konkurrenten sich an den deutschen Markt heran.

In China ist WeChat bereits auf nahezu jedem Smartphone installiert und übermittelt dabei 34% des mobilen Traffics, wohingegen Facebook in Europa nur 16% des mobilen Traffics für sich gewinnen kann. Gerüchten zufolge plant WeChat in Richtung Europa zu expandieren und hat auch den deutschen Markt auf dem Radar. Bei den Nutzerzahlen in Asien sollten jedoch insbesondere international aufgestellte Kunden den „Underdogs“ der Social-Media-Welt schon heute ihre Aufmerksamkeit schenken.

Was können die Plattformen?

KakaoTalk und WeChat sind nicht nur einfache Messenger-Dienste, sondern sind in Asien regelrechte Allrounder, mit denen sich das gesamte Leben organisieren lässt. Video- und Sprachnachrichten sind dabei noch die banalsten Funktionen der Apps, denn beide Plattformen vereinen außerdem hoch entwickelte Bezahlsysteme sowie umfangreiche Dienstleistungen wie Lieferservices, Taxi-Bestellungen oder Tischreservierungen. Immer mehr Unternehmen in Europa, die ihr Geld mit chinesischen Touristen verdienen, lassen bereits WeChat Pay als Zahlungsmöglichkeit zu. Auch die Influencerszene in China ist auf WeChat präsent und diese sogenannten „Key Opinion Leaders“ berichten dort über Produkte und Unternehmen. Ein wahr gewordener Traum für jeden digitalen Marketingexperten, denn Marken kommunizieren mit ihren Konsumenten gerne dort, wo sie sich am meisten und längsten aufhalten.

Was bieten die Plattformen für Werbemöglichkeiten?

Auf beiden Allrounder-Plattformen gibt es in Asien bereits umfangreiche Möglichkeiten, Werbung zu schalten. Bei WeChat beispielweise lassen sich neben klassischen Post-Boostings in den sogenannten „Moments“ (vergleichbar mit dem Facebook-Feed) auch klassische Banner Ads aufsetzen. Nicht zu vergessen die zahlreichen Werbemöglichkeiten über die asiatischen Influencer auf der Plattform. Um für Werbemöglichkeiten freigeschaltet zu werden, können sich chinesische Unternehmen einfach auf WeChat registrieren und ihren Account verifizieren. Für Unternehmen aus dem Rest der Welt ist der Zugang zu WeChat Advertising noch nicht „barrierefrei“, denn dies muss explizit bei WeChat angefragt werden. Bei der koreanischen Plattform KakaoTalk ist außerdem bis dato noch kein Zugang für Advertiser aus Deutschland möglich.

Die Entwicklung beider Plattformen sollte weiterhin aufmerksam verfolgt werden, denn nicht umsonst ist der Mutterkonzern von WeChat, TenCent, mittlerweile mit einem Börsenwert von über 500 Milliarden US-Dollar gelistet. So bewegt sich die asiatische Plattform schon jetzt auf dem Niveau von Facebook oder Amazon und könnte in Europa den bestehenden Channels in absehbarer Zeit große Konkurrenz machen.

Autorin: Lara Eggers