SEO Falle Überoptimierung

Suchmaschinenoptimierung ist heute bei den Unternehmen und Webseitenbetreibern fester Bestandteil im Online Marketing. Langsam macht sich aber ein neues Phänomen breit: Die Überoptimierung der Webseiten. Mithilfe dynamischer Content Management Systeme ist es sehr einfach möglich, schnell und unkompliziert neue Seiten für weitere Suchbegriffe zu erzeugen. Und so verirrt sich schon mal die ein oder andere überflüssige Seite in den Index der Suchmaschine.

 Die vier folgenden Aspekte sollten Sie daher für die Optimierung Ihrer Webseite beachten:

1. Zu viele Landingpages für ein und dasselbe Keyword

Ein Indiz dafür, dass Sie auf Ihre Webseite etwas zu sorgfältig optimiert haben, ist, wenn sich die gelistete URL für einen bestimmten Suchbegriff häufig ändert, also immer mal wieder eine andere Seite in den Suchergebnissen erscheint. Das bedeutet schlichtweg nichts anderes, als dass sich die Suchmaschine für keine Seite richtig entscheiden kann. Deshalb spricht man hier auch von Keyword Kannibalismus. Das Potential für ein gutes Ranking einer Seite neutralisiert sich damit praktisch.

Andernfalls kann es auch passieren, dass die Webseite einfach grundsätzlich schlechter zu einem Suchbegriff rankt, beispielsweise weil die Linkpower der Seite auf zu viele inhaltlich gleiche Seiten verteilt wird. Dieser Umstand ist dann nicht mehr so leicht zu identifizieren und bedarf einer genaueren Analyse.

Praxistipp 1 (Keyword Kannibalismus): Mithilfe einer Site-Abfrage und dem Zusatz „intitle“ können sehr einfach Unterseiten identifiziert werden, die offensichtlich auf identische Keywords optimiert sind.

2. Interne Verlinkung sinnvoll nutzen

Wenn Sie Seiten für neue Keywords erzeugen, dann sollten Sie sicherstellen, dass die neuen Inhalte auch gut in die bestehende interne Verlinkung der Seite integriert werden können. Eine Linkwolke im Footer der Webseite ist heute eben nicht mehr state of the art.

Praxis-Tipp 2 (interne Verlinkung): Eine Site-Abfrage in Kombination mit einem Suchbegriff listet alle Dokumente eines Webauftritts auf, die diesen Begriff enthalten. Häufig ist es auch so, dass die Seite mit dem größten Ranking-Potential für diesen Begriff an Position eins steht. Alle anderen Seiten eignen sich für eine genauere Prüfung, ob sie als Basis für eine zusätzliche interne Verlinkung genutzt werden können.

3. Wie granular muss eine Optimierung heute noch sein?

Folgender Scherz beschreibt das Problem der Granularität im SEO treffend: „An SEO Expert walks into a bar, bars, pub, tavern, Irish pub, drinks, beer, cocktails, alcohol…“.

Google ist mittlerweile in der Erkennung und Interpretation von Wortfeldern sehr gut geworden und natürlich lautet ein Grundsatz der Optimierung, dass auch immer Synonyme und verwandte Begriffe auf einer Seite verwendet werden. Fraglich ist dagegen, ob Sie für jeden kleinen Begriff auch wirklich noch eine eigene Landingpage benötigen. Man muss nicht lange im Index suchen, um Seiten zu finden, die für folgende Begriffe optimiert sind: günstige Internetanbieter, billiger Internetanbieter, günstigster Internetanbieter, billigster Internetanbieter usw. Inhaltlich sind die Seiten nahezu identisch und man erzeugt hiermit keine wirkliche Relevanz mehr.

4. Behalten Sie die Kontrolle

Ein Grundsatz der Usability lautet: Wenn der Benutzer zu viel Auswahl hat, kann er sich nicht entscheiden. Das geht Google bei der Auswahl der Dokumente nicht anders!

Auch im SEO kann man erfolgreich testen, welche Webseite am besten funktioniert. Haben Sie daher keine Angst, auch mal durch einen geänderten Seitentitel zwei bis drei Positionen für ein Keyword einzubüßen. Nur so können Sie sicher sein, was funktioniert und was nicht.

Behalten Sie außerdem Ihre Webseite im Auge und vermeiden Sie wilde Auswüchse von Seiten und Content. Qualität und Relevanz entscheiden darüber, ob ein gutes Ranking möglich ist oder nicht. Die Qualität eines Webauftritts können Sie damit sicherstellen, dass Sie beispielsweise nur Inhalte zur Indexierung zulassen, die auch wirklich relevant für die Sichtbarkeit sind. Weniger ist einfach mehr.