SEO-Dossier: Abstrafung durch Google – Was nun?

Einmal SEO gemacht und die eigene Domain ist mit allen Seiteninhalten für Google bestens aufgestellt? Wenn es denn so einfach wäre. Suchmaschinenoptimierung sollte nicht nur langfristig und nachhaltig umgesetzt werden, sondern auch immer unter Berücksichtigung der Google Quality Rater Guidelines, den Richtlinien von Google.

Wer diese Regeln missachtet, riskiert einen Ranking- und Sichtbarkeitsverlust, im schlimmsten Fall auch eine Abstrafung der Seite. Diese Abstrafungen finden vermehrt seit dem ersten Panda-Update in 2011 und dem ersten Penguin-Update in 2012 bei Anwendung unerlaubter SEO-Methoden statt. Sie können automatisch durch den Google Algorithmus aber auch manuell durch einen Google-Mitarbeiter erfolgen.

Google und andere Suchmaschinen haben sich enorm weiterentwickelt und auf Basis der unzähligen Manipulationsversuche der vergangenen Jahre ständig dazugelernt. Somit ist eine Vielzahl an Faktoren sowohl im On- als auch im Offpage Bereich hinzugekommen, die Relevanz der genutzten Rankingfaktoren hat sich verschoben und wird er auch weiterhin tun.

Durch die zuletzt über 500 jährlichen Änderungen an den Algorithmen sowie durch kontinuierliche Rollouts verschiedener Updates hat sich die Qualität der Suchergebnisse mit zunehmendem Fokus auf den Mehrwert für den User verbessert.

Wer die Qualitätsrichtlinien einhält, wird schneller von der Suchmaschine gefunden, indexiert und erreicht ein besseres Ranking. Wer die Kriterien kennt und sich bei seinen SEO-Maßnahmen daran hält, braucht sich nicht vor einer Abstrafung zu fürchten.

Abstrafungsrisiken für Onpage und Offpage

Sowohl im Bereich der Onpage- als auch der Offpage-Optimierung können, bewusst oder unbewusst, Praktiken und Maßnahmen umgesetzt werden, die langfristig zu einer Abstrafung von Google führen können. Hierzu zählt eine unsaubere Link-Struktur, die Überoptimierung von Keywords oder auch sogenanntes Black-Hat-SEO, wodurch Ranking- und Sichtbarkeitsvorteile kurzfristig erschlichen werden können.

Ein typischer Fehler bei der Onpage-Optimierung ist die häufige Verwendung von Moneykeywords in Linktexten. Hier handelt es sich um Keywords, die meist ein hohes Suchvolumen sowie einen hohen Wettbewerb aufweisen und die mit einer transaktionsorientierten Suchintention des Nutzers in Verbindung stehen, wodurch ein erhöhter Umsatz erwartet werden kann.

Ein weiterer typischer Fehler ist das sogenannte Keyword-Stuffing. Hier werden die Keywords, die für seine Seite wichtig sind, in einer unnatürlichen Menge auf der entsprechenden Seite eingebunden, mit dem Ziel, das Ranking zu manipulieren.

Simultan zum Keyword-Stuffing existiert auch das sogenannte Element-Stuffing. Hier handelt es sich um den zu häufigen Gebrauch SEO-relevanter Elemente wie beispielsweise die Verwendung von mehreren H1-Elementen.

Auch bei der Offpage-Optimierung können Ihnen viele Fehler unterlaufen. Dazu gehört als sehr wichtiger Faktor die Linkausbau-Strategie, welche bei unseriösen Anbietern oftmals über Linkkauf, Linktausch oder über Eintragungen in sogenannte Linknetzwerke läuft, mit dem einzigen Ziel, schnell viele Backlinks zu generieren. Diese Praktiken kann Google inzwischen sehr schnell und zuverlässig anhand verschiedener Faktoren nachvollziehen. So wirkt ein zu schneller Linkaufbau (Linkgeschwindigkeit genannt) unnatürlich auf die Suchmaschinen-Algorithmen und auch der Linktausch, also die gegenseitige Verlinkung zweier Seiten, ist ein auffälliges Zeichen. Backlinks aus Linknetzwerken erkennt Google ebenfalls sehr schnell, da diese Netzwerke oftmals schon bekannt sind und die Links mit dem Seiteninhalt selber nichts zu tun haben. Auf diese Praktiken sollten Sie dringend verzichten, wenn Sie eine Abstrafung vermeiden wollen. Setzen Sie lieber darauf, natürliche und wertvolle Links durch guten Content zu generieren.

Ein weiterer Faktor sind die sogenannten Spamlinks. Hierbei handelt es sich um viele, minderwertige Links von Seiten, die sich nicht auf den Inhalt Ihrer Seite beziehen oder beispielsweise aus Foren- oder Kommentarlinks kommen und dort ohne Bezug zum eigentlichen Beitragsthema stehen.

Bei der Bewertung durch Google wird auch die Linkherkunft in Betracht gezogen. Kommen etwa zu viele Links von fremdsprachigen Seiten, so ist auch dies für Google ein Zeichen für ein unnatürliches Muster. Zusätzlich zur Linkherkunft wird auch das Linkumfeld betrachtet. Kommen viele Links von minderwertigen Seiten ohne oder mit nur wenigen eigenen Inhalten, bewertet Google auch dies als Warnsignal.

Auch der Linkart sollte Beachtung geschenkt werden. Während Backlinks von angesehenen Seiten, sogenannte Authority Links, sehr positiv bewertet werden, sollte auf Links aus Link- bzw. Artikelverzeichnissen dringend verzichtet werden. Ein weiterer negativer Faktor sind Broken Links, also Links auf eine nicht oder nicht mehr existierende Seite. Hier sollte darauf geachtet werden, dass Links auf nicht mehr erreichbare Seiten über eine Weiterleitung auf möglichst themenverwandte Inhalte verwiesen werden.

Google Quality Guidelines:

Qualität Die Grundregel der Google Qualitätsrichtlinien lautet, dass Webseiten nicht für die Suchmaschine sondern für den Nutzer erstellt werden sollen. Dementsprechend ist es dringend empfohlen, Maßnahmen, die ausschließlich dazu dienen, den Algorithmus der Suchmaschine zu beeinflussen, zu vermeiden. Des Weiteren wird dringend davon abgeraten, automatisch generierte Inhalte zu verwenden, an Linktauschprogrammen teilzunehmen oder verborgene Texte oder Links auf die Seite zu setzen.

Eine komplette Auflistung der Guidelines inklusive einer Beschreibung finden Sie hier.

Die Stufen einer Penalty

Die Abstrafungen durch Google lassen sich in verschiedene Level unterteilen. An erster Stelle steht die Abstrafung auf Keyword-Ebene. Hierbei wird lediglich ein oder eine geringe Anzahl bestimmter Keywords auf einer Seite abgestraft, wodurch sich der Verlust der Sichtbarkeit in der Suchmaschine nur auf diese Keywords bezieht. Andere Keywords auf der Seite sind davon nicht betroffen.

Das nächste Level ist die Abstrafung auf URL- oder Verzeichnis-Ebene, wobei sich alle Rankingpositionen der betroffenen URL oder des betroffenes Verzeichnisses massiv verschlechtern. Die nächste Stufe, die domainweite Abstrafung, bezieht sich auf die komplette Seite. Hier wird eine Vielzahl an Keywords auf der gesamten Domain im Rankings massiv abgewertet.

Die letzte Stufe ist das sogenannte Delisting, wodurch eine komplette Domain aus dem sichtbaren Index von Google entfernt wird. Diese Seiten tauchen in der Suche nicht mehr auf und können auch über den site-Operator in Zusammenhang mit dem Domainnamen nicht mehr gefunden werden.

Abstrafungen/Penaltys manuell und algorithmisch

Eine Abstrafung durch Google kann auf zwei Arten erfolgen, durch die manuelle oder die algorithmische Abstrafung. Die algorithmische Abstrafung einer Seite erfolgt automatisch durch die Algorithmen von Google, nämlich dann, wenn diese zu viele negative Faktoren auf einer Seite verzeichnet haben. Solche Abstrafungen waren beispielsweise bei den Algorithmus-Updates Panda (2011) und Penguin (2012) für viele Seiten deutlich zu erkennen. Über Nacht wurden Millionen von Seiten abgewertet.

Sanktionen durch den Algorithmus äußern sich durch einen sehr plötzlichen und starken Abfall der Rankings einer Seite im Google Index. Wenn Ihre Seite von einem solchen starken Rankingabfall betroffen ist, bringen Sie zunächst in Erfahrung, ob kürzlich ein Update des Algorithmus stattgefunden hat und überprüfen Sie Ihre Seite dann anhand der durch das Update negativ bewerteten Faktoren.

Eine manuelle Prüfung durch einen Google-Mitarbeiter findet dann statt, wenn eine Seite unter konkretem Verdacht steht, die Google Webmaster Guidlines zu verletzen. Gründe für diese Art von Abstrafung können z.B. unnatürliche Backlinks, versteckte Texte oder Keyword-Spamming sein. Um zu entscheiden, ob eine Seite manuell durch Google überprüft werden soll, werden unter anderem auch die Daten von Spam-Reports herangezogen, die von Usern eingereicht wurden. Wenn eine manuelle Abstrafung erfolgt ist, erhält der Webmaster der Seite eine Benachrichtigung über die Art der Sanktion in den Google Webmaster Tools.

Je nach Art und Schwere des Verstoßes wird ein Zeitraum über die Dauer der Strafe definiert, welche ebenfalls in den Webmaster Tools eingesehen werden kann. Diese Zeit sollte genutzt werden, um die Punkte, die für die Abstrafung gesorgt haben, nachzubessern, damit künftig keine weiteren Sanktionen mehr erfolgen.

Algorithmus-Updates: Panda und Penguin

Die wohl bekanntesten Updates des Google Algorithmus der letzten Jahre waren das Panda Update im Jahr 2011 und das Penguin Update im Jahr 2012. Beide Algorithmen unterliegen seitdem regelmäßigen Aktualisierungen.

Der Panda-Filter dient dazu, Webseiten mit qualitativ sehr schwachem Content zu identifizieren und zu verhindern, dass diese in den Top-Ergebnissen der Suchmaschine auftauchen. Der Zweck des Penguin-Filters ist, Webseiten, die die Suchergebnisse ungerechtfertigt überfluten, zu identifizieren und abzuwerten oder ganz aus dem Suchindex zu entfernen. Darunter fallen besonders Seiten mit angekauften Links, mit Links aus Linknetzwerken oder mit thematisch nicht sinnigen Backlinks.

Wurde Ihre Website durch einen dieser Filter abgestraft, empfiehlt es sich, schnellstmöglich die negativen Aspekte Ihrer Seite zu verbessern. Bei einer Abstrafung durch den Panda-Filter bedeutet das, dass Sie Ihren Content überprüfen und aufbereiten sollten. Das Ziel muss sein, auf jeden Fall einen inhaltlichen Mehrwert für den Nutzer Ihrer Seite zu schaffen. Bei einer Abstrafung durch den Penguin-Filter empfiehlt es sich, dass Sie sich einen vollständigen Überblick über die derzeitigen Links auf Ihrer Seite selbst sowie über die externen Backlinks von anderen Seiten verschaffen. Identifizieren Sie alle schädlichen und nicht förderlichen Links und entfernen Sie diese von Ihrer Seite und verbannen Sie sie aus Ihrer Strategie zum Linkaufbau. Versuchen Sie in Zukunft, nur noch natürliche und für den Nutzer wertvolle Links aufzubauen.

Sofern Sie alles beachtet haben, sollte sich Ihre Seite zunehmend erholen. Dies passiert oft nach einem erneuten Update der Algorithmen. Gleiches gilt auch für sogenannte „false positives“, also für Websites, die zuvor fälschlicherweise abgestraft wurden.

Vor zukünftigen Updates schützen

Google unterzieht seine Suchfilter regelmäßigen Updates. Noch in diesem Jahr wird z.B. mit einem umfassenden Penguin Update gerechnet. Es lohnt sich also, stets schon im Vorfeld für diese Updates gerüstet zu sein.

Um sich schon vorbeugend gegen eine Abstrafung seitens Penguin zu schützen, analysieren Sie unbedingt regelmäßig die Backlinks auf Ihre Seite. Entfernen Sie alle eventuell schädlichen Links sowie all jene, die Ihrer Website keinerlei Mehrwert verschaffen. Wenn Sie keinen Einfluss auf die Beseitigung von schädlichen externen Links haben, können Sie diese mit Hilfe des Disavow Tools bei Google melden. Das genaue Vorgehen erfahren Sie hier.

Gegen zukünftige Panda-Updates rüsten Sie sich, indem Sie alten Content auf Ihrer Seite, der für Besucher ohne Mehrwert ist, auffrischen. Entfernen Sie etwaige Spaminhalte, vermeiden Sie Duplicate Content und achten Sie auch bei neuem Content darauf, dass dieser stets auf die Nutzer der Seite und nicht auf die Suchmaschinen-Algorithmen zugeschnitten ist.

Google ist ständig bemüht, seinen Nutzern bessere Suchergebnisse zu liefern. Daher werden uns auch weiterhin ständige Neuerungen und Updates begleiten. Ein gutes Ranking ist nicht für alle Tage festgeschrieben. Umso wichtiger ist es deshalb für Websitebetreiber, sich an die Richtlinien von Google zu halten und manipulative Strategien zu vermeiden. Eine attraktiv gestaltete Seite mit wirklichem Mehrwert für die Besucher ist und bleibt aber der Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg im Ranking und die beste SEO.