Mobile Marketing: Handshake mit der Offline-Welt

Das Online Marketing steht vor einem gewaltigen Schritt. Die Verbindung zur Offline-Welt ist nicht länger nur Fantasie. Verschiedene technische Entwicklungen schaffen zunehmend stabile Grundlagen für das Zusammenkommen dieser zwei Welten. Vor allem im Bereich Multi- und Omnichannel-Tracking werden schnell Off/On-Lösungen gefunden. Mobile Payment wird das Zusammenspiel zusätzlich befeuern.

Die Treiber sind immer neue Innovationen im Bereich Mobile Advertising, sowie Entwicklungen im Soft- und Hardwarebereich, die bezahlbar sind. Einige Beispiele verdeutlichen diese Entwicklung:

Im Bereich des Real Time Advertisings bietet Google über den Doubleclick Bidmanager jetzt ein „hyper local targeting“ an. Diese spezielle Targeting-Möglichkeit erlaubt es, Online-Werbung im direkten Umfeld stationärer Geschäfte zu schalten. User, die sich in einem Radius von 500 Metern um ein Geschäft herum befinden, können gezielt per Display-Werbung angesprochen und somit als Offline-Kunden beworben werden. Bietet man diesen potenziellen Kunden individuelle Gutscheine an, die sie an der Kasse vorzeigen können, schafft man nicht nur gezielte Kaufanreize, sondern hat damit auch die Messbarkeit zwischen Online- und Offline-Vertriebswelt geschaffen.

Die auf Bluetooth basierende Technologie iBeacon hat ein ungeheures Potenzial, beide Welten einen großen Schritt aufeinander zu zu bewegen. iBeacons sind kleine, kostengünstige Sender, die es ermöglichen, Kunden, die im Shop oder direkt davor stehen, Nachrichten unmittelbar auf das Smartphone zu schicken. Kunden können damit in den Laden gelockt oder innerhalb des Ladens weiter informiert werden (Indoor-Navigation). Der stationäre Offline-Handel kann also nahtlos in das digitale Online-Geschäftsmodell integriert werden. Dies führt zu einer gesteigerten Bedeutung der eigenen App, da sie als einzige in der Lage ist, den Kunden direkt anzusprechen. Die Nutzer erwarten eine einfach zu bedienende App mit für sie interessanten Angeboten und belohnen dieses mit gesteigerter Nutzung, Kundenbindung und schließlich mit Umsätzen.

Drittes Beispiel ist die App Barcoo. Der User kann damit im Laden den EAN Code eines Produktes einscannen, um direkt Preisvergleiche oder Testberichte angezeigt zu bekommen. Scannt ein Kunde ein Konkurrenzprodukt, so kann dieses als Targeting-Kriterium ausgewählt werden und zur Ausspielung der eigenen Werbung genutzt werden. Auch wenn diese Methode nicht vorrangig auf regionalem Targeting beruht, so bietet sie Unternehmen dennoch die Möglichkeit, direkt am Point of Sale und während der Kaufentscheidung den Kunden per Display-Advertising zu erreichen. Auch mit dieser Online-Maßnahme kann also direkt ein Offline-Kauf beeinflusst werden.

Auch Apps wie Gettings tracken via GPS den aktuellen Standort eines Users und sprechen diesen gezielt mit Angeboten naheliegender Shops an. In der derzeitigen App-Landschaft sind viele Beispiele für solche Geschäftsmodelle zu beobachten und es werden täglich mehr.

Spannend könnte diese Entwicklung auch und gerade für das Affiliate Marketing werden und der Branche einen deutlichen Innovationsschub bescheren. Denn nicht jeder Advertiser hat eine eigene App, die mit einer großen Zahl an Usern aufwarten und damit aus eigener Kraft genügend Käufer in die Offline-Shops bringen kann. Das bietet gute Chancen für Shopping- und Gutschein-Publisher mit Apps. Denn diese können die Kunden nicht nur gezielt in die Läden bringen, sondern sie können diesen Effekt sogar messbar machen. Hinzu kommt der Anreiz, dass Nutzer von Affiliate-Apps mit einer hohen Wahrscheinlichkeit potenzielle Neukunden sind. Die eigenen Stammkunden nutzt die unternehmenseigene App ja hoffentlich bereits.

Fazit

Es gibt bereits viele Ansätze und Lösungen für Werbekampagnen, die die beiden Welten erfolgversprechend miteinander verbinden können. Die heute meist noch klare Trennung zwischen Online- und Offline-Kampagnen und -Budgets und das damit verbundene „Silo-Denken“ der Verantwortlichen sind aber ohne Zweifel ein klares Hindernisse für die Hebung des gesamten Potentials. Damit das Zusammenspiel von On- und Offline-Maßnahmen gelingt, ist ein grundlegendes Umdenken innerhalb vieler Unternehmen nötig. Online-Budgets, die bisher nur den Performance-Kampagnen für den unternehmenseigenen E-Shop zugeteilt waren, bekommen eine ganz andere, erweiterte Bedeutung. Mit diesen Budgets können die Käufer nämlich jetzt auch in den Offline-Shop gebracht werden. Solche Kampagnen kann man von Branding-Kampagnen, die auf den gleichen Effekt zielen, klar unterscheiden, denn der Offline-Erfolg einer solchen Online-Kampagne lässt sich anhand von harten KPIs messen und auch bewerten. Wer immer sich mit seinem Geschäftsmodell in beiden Welten bewegt, sollte jetzt einsteigen.