Google-Update: Mobile friendly wird Rankingfaktor

Bereits im letzten Jahr war erkennbar, dass Google mobile Endgeräte stärker in die Betrachtung von Webseiten einfließen lassen möchte. Die Empfehlung, Webseiten im Responsive Design zu erstellen sowie diverse Tools, wie beispielsweise der Mobile Friendly Test, zur Überprüfung der mobilen Tauglichkeit von Webseiten, waren klare Indizien dafür. Bereits seit November letzten Jahres werden mobil optimierte Webseiten in den Suchergebnissen gekennzeichnet:

Jetzt hat Google angekündigt, dass „mobile friendliness“ ab dem 21. April 2015 ein offizieller Rankingfaktor für die organische Suche wird. Das Update wird weltweit und für alle Sprachen ausgerollt. Googles Ziel, nur die besten und relevantesten Ergebnisse zu zeigen, wird damit also auch auf mobile Endgeräte ausgedehnt.

Das Motiv erscheint einleuchtend, findet hier doch nichts geringeres als ein Technologiewechsel statt. Ich möchte das durchaus mit der Einführung des Farbfernsehens vergleichen. Wer einen Farbfernseher besitzt, möchte eben keine Sendungen mehr in schwarz-weiß sehen. Genauso ist das auch mit mobilen Nutzern, die keine Desktop-Seiten mehr in der mobilen Suche sehen wollen. Die Webseitenbetreiber müssen jetzt entsprechend reagieren und sich anpassen.

Auswirkungen auf SEO

In welchem Umfang sich der neue Rankingfaktor auf die Positionen einzelner Keywords auswirken wird kann erst nach dem 21. April sicher beantwortet werden. Wenn Sie eine mobil-optimierte Webseite betreiben können Sie unter Umständen profitieren, je nachdem wie die Wettbewerber hier aufgestellt sind. Betreiben Sie keine mobile Webseite wird es mit Sicherheit zu einem Ranking-Verlust kommen, sofern der Wettbewerb im mobilen Bereich deutlich besser aufgestellt ist.

Folgende Empfehlungen sollten Sie jetzt beachten:

1.Wenn Sie eine Desktop- und eine Mobile-Webseite nutzen, muss sichergestellt sein, dass die beiden Seiten entsprechend der Google Vorgaben konfiguriert sind. Alternative Anzeigeformate für Mobilgeräte müssen per rel=“alternate“ im Quellcode gekennzeichnet sein. Und die mobile-URL muss per Canonical-Tag aus dem Google Index entfernt werden. Wenn diese beiden Punkte erfüllt sind, sind Sie für den 21. April gut aufgestellt.

2.Webseitenbetreiber, die keine gesonderten Inhalte für mobile Nutzer anbieten, sollten hier mindestens mittelfristig eine Überarbeitung ihrer Webseite einplanen, vorzugsweise als Responsive Design (Einführung in das Thema Responsive Design).

Wenn Sie jetzt bereits Ihre Webseite auf Responsive Design umgestellt haben, können Sie sich am 21. April recht entspannt zurücklehnen und in Ruhe die konkreten Auswirkungen des Updates abwarten.

Neu: Indexierbare App-Inhalte

Neben dem neuen Rankingfaktor wird es aber auch eine Neuerung in den organischen Suchergebnissen geben. Zwischen den herkömmlichen Treffern werden nämlich auch Ergebnisse aus Apps angezeigt. Mithilfe der App-Indexing-API von Google ist der Google Crawler in der Lage, Inhalte aus Apps zu erfassen. Dank sogenannter Deeplinks, die in den Suchergebnissen angezeigt werden, kann man dann direkt von der Suchergebnisseite in die App springen und sich dort die Informationen ansehen.

Damit das neue Feature genutzt werden kann muss die App wie gesagt an die App-Indexing-API angebunden werden. Um auf Nutzerseite die neuen Ergebnisse zu erhalten muss man ein Smartphone mit Android Betriebssystem nutzen, im Google Konto eingeloggt sein und die App installiert haben, für die zusätzliche Treffer in der organischen Suche vorhanden sind.